Konzentration und Fokus

Kleine Übungen, die im Alltag helfen

9/27/20262 min read

Ein Arbeitsblatt liegt auf dem Tisch, der Stift ist bereit – doch draußen fährt ein Fahrrad vorbei, im Flur fällt eine Tür zu und plötzlich ist die Aufgabe vergessen. Viele Eltern kennen solche Situationen.

Sich auf eine Sache zu konzentrieren, ist nicht immer leicht. Besonders dann, wenn die Aufgabe anstrengend ist oder ringsherum viel passiert.

Warum ist Konzentration so wichtig?

Beim Lesen, Schreiben und Rechnen brauchen Kinder Aufmerksamkeit. Sie hilft ihnen, eine Anleitung zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und bei einer Aufgabe zu bleiben.

Fokussieren bedeutet, die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was gerade wichtig ist: auf ein Wort, eine Frage oder den nächsten Schritt.

Dabei geht es nicht darum, möglichst lange still zu sitzen. Ein Kind kann ruhig wirken und mit den Gedanken ganz woanders sein. Ein anderes bewegt die Füße und hört trotzdem aufmerksam zu.

„Konzentrier dich!“ reicht oft nicht

Diese Aufforderung sagt einem Kind noch nicht, wie es seine Aufmerksamkeit zur Aufgabe zurückbringen kann. Konkrete Hilfen machen den Einstieg leichter:

  • Ein klarer Anfang: „Wir spielen jetzt eine Runde mit drei Karten.“

  • Eine überschaubare Aufgabe: Ein kleiner Schritt statt vieler Anweisungen gleichzeitig.

  • Wenig Ablenkung: Auf dem Tisch liegt nur, was gerade gebraucht wird.

  • Passende Pausen: Kurz aufstehen, bewegen und anschließend weitermachen.

  • Ermutigendes Feedback: „Du hast genau hingeschaut und an unsere Regel gedacht.“

Auch Müdigkeit, Hunger oder Sorgen können es schwerer machen, bei einer Sache zu bleiben. Nicht jeder unkonzentrierte Moment bedeutet deshalb, dass ein Kind sich zu wenig bemüht.

Mit Herz und Mond spielerisch aufmerksam bleiben

Symbolkarten mit einem Herz, einem Mond und weiteren Motiven laden zu kleinen Konzentrationsspielen ein. Dafür muss ein Kind noch nicht lesen können. Es schaut genau hin, merkt sich eine Regel und führt die passende Bewegung aus.

Zum Beispiel: Beim Herz wird einmal geklatscht. Beim Mond werden beide Hände auf den Kopf gelegt.

Zunächst reichen zwei Karten und diese beiden Regeln. Zeigen Sie die Karten nacheinander und lassen Sie dem Kind genügend Zeit zum Reagieren. Wenn das gut gelingt, kommt eine weitere Karte hinzu – vielleicht sogar eine, bei der man ganz still bleiben soll.

So fordert das Spiel Aufmerksamkeit, das Merken von Regeln und das bewusste Abwarten. Dabei darf gelacht werden, und Fehler gehören dazu.

Eine neue Regel bringt Abwechslung

Für geübte Kinder wird es spannend, wenn die Zuordnung wechselt: Jetzt bedeutet das Herz „Hände auf den Kopf“ und der Mond „Klatschen“.

Besprechen und erproben Sie die neue Regel gemeinsam, bevor die nächste Runde beginnt. Nun heißt es, die bisherige Bewegung zurückzuhalten und sich auf die neue Aufgabe einzustellen.

Die Schwierigkeit sollte zum Kind passen. Eine kurze Runde mit Erfolgserlebnissen macht meist mehr Lust aufs Weiterspielen als eine lange Runde voller Frust.

Aufmerksamkeit braucht auch Verständnis

Kein Kind ist jederzeit konzentriert. Kinder dürfen abschweifen, Fehler machen und neu anfangen. Entscheidend ist, dass sie Unterstützung bekommen, um zur Aufgabe zurückzufinden.

Gemeinsame Spiele schaffen dafür einen schönen Rahmen: aufmerksam hinschauen, etwas ausprobieren und erleben, dass Üben Freude machen kann.

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